Immobilien - relevant für Aktionäre?

Manch ein Leser wird sich vielleicht denken, dass ein antizyklischer Aktienclub oder antizyklisch orientierter Aktienfreund doch wohl mit Immobilien nichts am Hut hat.
Weit gefehlt!
Als Investor sollten Sie immer auch alternative Anlagemöglichkeiten wie Anleihen oder eben Immobilien im Blick behalten, da diese sehr wohl einen durchschlagenden Einfluss auf die Aktienmärkte haben können. Rolf Elgeti versteht es in seinem Buch, auf die aktuell hervorragenden Aussichten des deutschen Immobilienmarktes mit vielen Argumenten hinzuweisen, was so manch einen Leser nachdenklich stimmen wird.

Langfristanlage Immobilie

Wer sich überlegt, in Immobilien zu investieren, hat in der Regel einen sehr langfristigen Anlagehorizont. Rolf Elgeti geht ganz bewusst auf diese Tatsache ein und spricht vor allem Menschen an, die eine selbstgenutzte Immobilie als Alters- oder Krisenvorsorge begreifen. Anhand einer fundierten Darstellung der internationalen und europäischen Immobilienmärkte in den letzen Jahren zeigt er auf, dass in Deutschland erhebliches Nachholpotenzial besteht. Eine Immobilie kann also nicht nur als Vermögensschutz dienen, sondern auch als eine im Wert deutlich steigende Anlageform.

Eine sich durch das ganz Buch ziehende Argumentationskette ist die sehr schwache Bauaktivität in Deutschland seit vielen Jahren, bedingt vor allem durch die mangelnde Rendite, die durch den Bau (und anschliessender Vermietung oder Verkauf) erzielt werden kann. Laut Elgeti wird dies zu einer regelrechten Verknappung des zur Verfügung stehenden Wohnraumes führen, was zwangsläufig zu steigenden Preisen führen wird. Dies gilt gleichermaßen für Kauf- und Mietpreise. Der Autor vergißt dabei nicht, auf die Möglichkeit deutlicher regionaler Unterschiede hinzuweisen. Dies ist z.B. an den massiven derzeitigen Preisunterschieden etwa im Vergleich von München und Berlin zu sehen.

Das Gegenargument einer durch sinkende Bevölkerungszahlen ausgelösten verringerten Nachfrage nach Wohnraum wird dabei überzeugend entkräftet. Der steigende Platzbedarf pro Person etwa durch die rasant steigenden Single-Haushalte - vor allem Rentner und junge Leute - wird dies voraussichtlich überkompensieren.

Wenn man dann - wie auch der Autor - noch von steigenden Inflationszahlen ausgeht, führt an der Immobilie fast kein Weg mehr vorbei. Diese Sachlage wird im Buch gut erörtert.

Rahmenbedingungen

Neben den persönlichen Vorteilen werden im Buch auch eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Vorteilen durch mehr Immobilienbesitz in der Bevölkerung aufgezeigt. Dies reicht von mehr Stabilität in der Nachbarschaft durch mehr Bindung an den Ort bis zu einer Entlastung der sozialen Sicherungssysteme.

Elgeti fordert daher auch von der Politik mehr Anreize für Immobilienbesitzer abseits vom reinen Steuersparmodell.

In Sachen Finanzierung sieht der Autor eine deutliche Belebung des Marktes kommen. Wir können uns wohl auf deutlich mehr Variationsspielraum einstellen, was nicht zuletzt durch den Innovationsdruck ausländischer Konkurrenten für die heimischen Finanzierer ausgelöst wird.

Fazit

So wie es für Immobilien drei relevante Faktoren gibt: Die Lage, die Lage und die Lage, so gibt es für den langfristig denkenden Menschen nur einen logischen Schluss: Kaufen! Der Autor vergisst dabei allerdings nicht, auf die Gefährlichkeit einer Falscheinschätzung der eigenen Finanzlage einzugehen. Der Kauf einer Immobilie muss anständig durchfinanziert sein, sonst kann es tatsächlich sehr schmerzhaft werden.

Wer langfristig mit einem festen Wohnort planen kann, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Franz Ripfel